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Klienten-Info - Aktuell

Konjunkturstärkungsgesetz 2020

Juni 2020
Kategorien: Klienten-Info

Zur Minderung der wirtschaftlichen Schäden durch COVID-19 ist von der Bundesregierung ein Gesetzesentwurf (Erläuterungen zum Entwurf) für ein Konjunkturstärkungsgesetz 2020 (KonStG 2020) eingebracht worden. Die Gesetzwerdung bleibt abzuwarten.

Hier auszugsweise die wichtigsten Eckpunkte des Pakets:

Allgemein:

  • Der Eingangssteuersatz der Einkommensteuer soll rückwirkend mit 01.01.2020 von derzeit 25% auf 20% sinken.
  • Der Höchststeuersatz von 55% für Einkommensteile über EUR 1 Million soll bis zum Jahr 2025 beibehalten werden.
  • Der SV-Bonus (SV-Rückerstattung für Niedrigverdiener -> Einkommen unter 15.500) soll von derzeit EUR 300 auf EUR 400 angehoben werden.
  • Die Anwendung des Pendlerpauschales soll auch für die Zeiträume der COVID-Kurzarbeit, Telearbeit oder Dienstverhinderung trotzdem bis Ende 2020 möglich sein. Es soll in Zukunft möglich sein den Antrag für den Familienbonus-Plus bis zu 5 Jahre im Nachhinein zurückzunehmen. Damit können ungünstige Aufteilungen auch im Nachhinein noch korrigiert werden.

Speziell für Unternehmer:

  • Es ist die Einführung einer degressiven AfA geplant. Bis zu 30% der Anschaffungskosten sollen dabei bereits im Jahr der Anschaffung als Abschreibung möglich sein. In den Folgejahren kann dann wieder zur linearen AfA zurückgewechselt werden, es kann aber auch die degressive Abschreibung beibehalten werden.

Ausgenommen davon sind unter anderem:

  • Gebrauchte Wirtschaftsgüter
  • Gebäude und Herstellungsaufwendungen eines Mieters oder Nutzungsberechtigten
  • PKW (außer Fahrschule, Taxi etc.)
  • Anlagen zur Förderung, Transport oder Speicherung fossiler Energieträger

Für Gebäude soll es aber die Möglichkeit geben, dass im Jahr der Anschaffung der dreifache Wert der normalen AfA abgeschrieben werden kann. Im Folgejahr soll dann der doppelte Wert der normalen AfA möglich sein. Ab dem dritten Jahr erfolgt die Abschreibung dann wieder mit den normalen AfA-Werten.

  • Einführung eines zeitlich befristeten Verlustrücktrages für Verluste aus 2020 bis EUR 5 Millionen auf die Jahre 2019 bzw. 2018. Ein Verlust aus 2020 ist vorrangig mit dem Jahr 2019 zu verrechnen. Kann der Verlustrücktrag nicht vollständig im Jahr 2019 genützt werden, soll auch für die Veranlagung 2018 ein Antrag ermöglicht werden, wobei bestimmte, noch durch eine Verordnung festzulegende Einschränkungen gelten sollen.
  • Automatische Verlängerung der COVID-Abgabenstundungen bis 15.01.2021 (ACHTUNG: gilt nicht für Landes- und Gemeindeabgaben)

Fazit:

Gerade die Senkung des Eingangssteuersatzes der Einkommensteuer bringt eine Entlastung für viele Personen. Die degressive AfA bietet eine gute Möglichkeit Neuanschaffungen schneller steuerlich berücksichtigen zu können und auch deren Beibehaltung kann im Einzelfall zu Vorteilen führen. Der Verlustrücktrag ist für jene Unternehmen, die 2020 einen Verlust erwarten eine Möglichkeit diesen besonders früh zu verwerten. Auch die Abgabenstundungen bieten vielen Unternehmen die Möglichkeit liquid zu bleiben und Ihre Schulden erst im Jänner 2021 zu begleichen. Insgesamt bietet das Paket mehrere Entlastungen sowohl für Unternehmer als auch für Dienstnehmer.

 

Haftungsausschluss: Diese Information gibt bloß einen ersten Überblick und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie kann ein ausführliches und individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Enzinger Steuerberatung GmbH bzw. übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit dieser Information.